DreiEckenKreis

36° und es wird noch heißer...

Der Ludwigstein wird in diesem Jahr 600 Jahre und das alte Gemäuer feierte mit 120 Gästen am Originaldatum der Gründung, wie Jubileiter Stephan bei einer kleinen Archivführung am Samstag nachweisen konnte, ein schönes bündisches Fest. Damals gab es zwar noch keine Steuererklärungen, aber immerhin wurden schon Burgen auf „Bierdeckeln“ gegründet. Die Teilnehmer*innen aus den Jugendbünden trafen sich am ersten Juliwochenende im und um den Enno-Narten-Bau, um den Geburtstag des Ludwigsteins würdig zu begehen. Diente der Freitag noch dem Aufbau der Schwarzzelte, der Begegnung, dem Wiedertreffen oder Kennenlernen, stand der Samstag ganz im Zeichen eines bunten und arbeitsreichen Programms, welches Burgherr „Hans von Dörnberg“ organisiert hatte.

In den Werkgilden wurde viel geschwitzt, aber auch viel geschafft, sei es beim Zimmern einer Brunnenkrone im Schatten hinter dem Enno, der Herstellung von praktischen Holzkisten für die Arbeit in den Stämmen, Sippe oder Horten und dem Binden von Liederbüchern und Fahrtenheften. Eine Besonderheit war die professionelle Gitarrenwerkstatt, bei der so manches Schmuckstück aufgearbeitet werden konnte.

Rund um die Sommerküche und den Backwagen hatte ein Team den so ziemlich „heißesten“ Job des Wochenendes, nämlich die genauso anspruchsvolle wie hungrige bündische Schar mit Köstlichkeiten zu versorgen. Und das gelang ihr wahrlich. Feinste Kuchen, scharfe Chilis (sin et con carne), frisches Brot und knackige Salate ließen auch den letzten Gourmet auf seine Kosten kommen. Und wer glaubt, dass Stiftungsvorstände nur Zahlenmenschen seien, konnte erleben, dass Alex mindestens genauso geschickt Teige knetet wie Zahlen, bis das Endergebnis schließlich stimmt und auch das kritischste Kuratorium überzeugt ist.

Dass den ganzen Samstag Lieder aus dem Enno schallten, war zum einen Bianca und ihrem neuen, mehrstimmigen Burgchor zu verdanken. Zum anderen übte „Musik For The Kitchen“, von Kennern der Szene als „Folk-Pop-Jazz-Band mit bündischem Hintergrund“ beschrieben, in großer Runde das russische Lied „Ty Morjak“ ein, welches dann am bunten Festabend gemeinsam in großer Runde gesungen wurde.

Beim Festabend wurden dann die Ergebnisse des Tages vorgestellt und vor allem ein Burgdrama des „Ludwigsteiner Hoftheaters“ in einem Akt aufgeführt, bei dem zu guter Letzt klar wurde, warum Burgvogt Selmar nur ein Strohmann ist und die Herrschaft auf dem Ludwigstein eigentlich jung & weiblich...

Und als die enorme Hitze des Tages sich legte und die Nacht über dem Lager hineinbrach, klang der Tag mit langen wie vielfältigen Singerunden rund um den Enno aus.

Nach der Aufarbeitung im „Dialog der Bünde“ war es das erste überbündische Fest auf dem Ludwigstein, welches zugleich der Startpunkt sein sollte für eine Reihe überbündischer Aktivitäten, die einerseits den Enno-Narten-Bau als Ort jugendbewegter Begegnung stärken und andererseits auch ein weiteres anstehendes Jubiläum vorbereiten soll: 100 Jahre Jugendburg im Jahr 2020. Bleibt zu hoffen, dass man sich nicht erst dann wieder trifft auf dem Berg mit der „grauen Burg im Sonnenglast“.

Christian Bluhm

Neuer Termin
1.-3. Juli 2016

Das sagt die Presse
HNA vom 6.7.2015

Aus unserem Tonstudio
Workshop mit „Musik For The Kitchen“

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