Reflexionsprozess

Liebe Freunde in den Bünden,

über einen längeren Zeitraum von fast eineinhalb Jahren haben sich alle Burggremien und Burgmitarbeiter in einem Reflexionsprozess mit einem ganzen Bündel unterschiedlicher Themen auseinandergesetzt. Das Ergebnis findet Ihr in unserem Papier „Konflikt um die Offene Burg - Reflexion und Ausblick".

Es ging darum, die Ereignisse im Herbst 2013, die zu einem Jahr ohne Euch Jugendbünde auf der Burg führten, aufzuarbeiten und ein Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Entstanden ist in den ausführlichen Gesprächen eine gemeinsame Grundlage, die den „Konflikt um die Offene Burg" widerspiegelt und „Unsere Haltung gegen Rechtsextremismus" definiert. Gleichzeitig setzte sich der „Dialog der Bünde" mit den Konflikten um Burg und Bünde auseinander und verabschiedete schließlich „Kriterien für den Zugang zur Jugendburg Ludwigstein". Nun geht es an die Umsetzung der im Kapitel „Ausblick" genannten Maßnahmen wie z.B. Kommunikation und Bildungsarbeit. Über diese Prozesse werden wir Euch auf dem Laufenden halten.

Innerhalb des Reflexionsprozesses haben wir uns intensiv mit den Vorwürfen auseinandergesetzt, eine zu unkritische Haltung gegenüber bestimmten Bünden eingenommen zu haben. Fragen, die sich uns stellen, möchten wir von den Gruppen in Zukunft öffentlich und transparent beantwortet haben. Mit der Aktivierung der Kriterien des Dialogs der Bünde zum Burgzugang im November 2014 sind zunächst alle Bünde wieder zugelassen.

Umsetzung Kriterienkatalog

Am 11. November 2014 haben wir als Burg im Rahmen des Beschwerdemanagements den Freibund gebeten, öffentlich Stellung zum Artikel Roland Wehls in der Jungen Freiheit vom 7. November 2014 „Kein Platz auf der Burg" zu nehmen.

  • Zu begründeten und belegten Vorwürfen, im Widerspruch zu diesem Kriterienkatalog zu stehen, nehmen Bünde und Gruppen transparent Stellung. Solche Vorwürfe müssen über die Beschwerdestelle der Burg eingereicht werden.


Wehl unterstellt dem Freibund ein unreflektiertes Geschichtsverständnis in Bezug auf die nationalsozialistische Diktatur, weil sie am Bundeslied „Nur der Freiheit gehört unser Leben" von Hans Baumann festhalten. Als Burg haben wir die gleichen Fragen, weil das 1935 im Auftrag der Reichsjugendführung komponierte Lied nicht nur Pflichtlied in der Hitlerjugend und im Bund Deutscher Mädel war, sondern darüber hinaus eines der zentralen Feierlieder der NS-Diktatur darstellte. Hier besteht aus unserer Sicht ein Widerspruch zum Kriterienkatalog.

  • ....Agitation, Missionierung und Manipulation, insbesondere von Jugendlichen oder Kindern, werden nicht geduldet.


Unsere Haltung haben wir im Rahmen der „Vorwürfe/Fragen-Klärung" im 6. Dialog der Bünde begründet. Parallel hat der Freibund eine Stellungnahme vorgetragen, zu der wir uns noch in der Meinungsbildung befinden. Zusätzlich baten wir Prof. Roland Eckert (Soziologe und Gewaltforscher) um eine Einschätzung. Sein Papier Zur Kontroverse um den Freibund und sein Bundeslied, Stellungnahme für die Jugendburg Ludwigstein“ bietet weitere Orientierung.

PDF herunterladen

Unsere Haltung gegen
Rechtsextremismus

Kriterienkatalog

Roland Eckert, Zur Kontroverse um
den Freibund und sein Bundeslied 
[PDF]