„Kein Raum für sexuelle Gewalt“

Erfolgreicher Abschluss der Weiterbildung
Geschafft: Heute, Freitag den 9.9.2016, beendeten 10 Absolvent_innen ihre Weiterbildung zur Fachkraft für Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen.


In 6 Modulen à 3 Tagen wurden Grundlagen zu Täterstrategien, Betroffenen, begünstigende Strukturen, Täternetzwerken, Folgen für die Betroffenen, Schutzkonzepten und hilfreiche Netzwerke vermittelt.


Fachleute wie Julia von Weiler, Ulli Freund, Iris Hölling und Sonja Blattmann mit langjähriger Erfahrung zu einzelnen Spezialthemen waren eingeladen. Themen wie „Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen“, „Gefahren im Internet“, „Sexualpädagogik und Prävention“ wurden vermittelt. Auch die Arbeit des Jugendamtes oder das Vorgehen von Fachberatungsstellen in der Klärung und Intervention wurden behandelt.


Als Querschnittsthema zog sich durch die ganze Weiterbildung Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement, die Haltung in der betroffenengerechten Intervention und daraus resultierende Gesprächsführung auf systemischer Grundlage - Kompetenzen, die Fachleute brauchen, wenn Sie in Einrichtungen und Organisationen Schutzkonzepte implementieren wollen oder mit konkreten Verdachtsfällen konfrontiert sind und dabei zum Wohle aller Beteiligten handeln sollen.


Die Fachfortbildung, die von der Jugendbildungsstätte Ludwigstein und inmedio durchgeführt wird, ist in Art, Umfang und Inhalt bisher einmalig in Deutschland. Das Thema Sexueller Missbrauch war ein Randthema von Expert_innen und Fachberatungsstellen.


Erst durch das neue Bundeskinderschutzgesetzt gelangte die Notwendigkeit des kompetenten Umgangs mit Prävention und Intervention mehr und mehr ins öffentliche Bewusstsein: Schutzkonzepte für Schulen und Institutionen werden gefordert, Ansprechpersonen für sexuelle Gewalt sollen benannt werden, Krisenpläne für den Umgang mit Verdacht und Vorfall werden erwartet.


Durch den großen, inhaltlichen Querschnitt war die Qualifizierung für Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen interessant: Lehrer_innen, Schulleiter_innen, Mitarbeiter_innen von Beratungsstellen, Erzieher_innen und Sozialpädagog_innen aus der ambulanten Jugendhilfe konnten neben den regulären Inputs gegenseitig von ihren unterschiedlichen Professionen und Arbeitsfeldern lernen und neue Einblicke und Verständnis für die anderen Arbeitsbereiche gewinnen.


Mit diesem ersten Durchgang und 10 wunderbaren Absolvent_innen aus allen Teilen Deutschlands von Rendsburg bis Darmstadt und von Dresden bis Osnabrück ist ein guter Grundstein gelegt.


Im März 2017 beginnt die nächste Weiterbildung auf der Burg Ludwigstein bei Witzenhausen.


Annemarie Selzer und Holger Specht

12.09.2016 Bildung